Welche Fachrichtung passt zu Ihnen?
Im Studium lernt man alle Fächer kennen — und am Ende soll man sich für eines entscheiden. Diese Übersicht zeigt, was in den einzelnen Fachbereichen tatsächlich auf Sie zukommt: Alltag, Weiterbildungsdauer und wofür man einen langen Atem braucht.
über 50
Facharztbezeichnungen zur Auswahl
5–6 Jahre
dauert die Weiterbildung im Regelfall
1 .
Jahr Probezeit für sich selbst — ein Wechsel ist möglich
kostenfrei
für Ärztinnen und Ärzte — immer
Bevor Sie die Liste durchgehen
Sechs Fragen, die die Auswahl halbieren.
Die meisten entscheiden sich nicht für ein Fach, sondern gegen alles andere. Diese Fragen helfen beim Ausschließen — ehrlich beantwortet, nicht so, wie es gut klingt.
Hand oder Kopf?
Wollen Sie operieren und etwas mit den Händen machen — oder liegt Ihre Stärke im Denken und Zuordnen?
Akut oder chronisch?
Brauchen Sie das schnelle Ergebnis — oder begleiten Sie Menschen lieber über Jahre?
Wie viel Nacht?
Manche Fächer haben kaum Dienste, andere prägen damit Ihr ganzes Jahrzehnt. Seien Sie ehrlich zu sich.
Wie nah am Patienten?
Tägliches Gespräch am Bett oder konzentrierte Arbeit mit Bildern, Proben und Befunden?
Klinik oder eigene Praxis?
Manche Fächer lassen sich gut niederlassen, andere brauchen die Infrastruktur einer Klinik.
Wo wollen Sie leben?
In manchen Fächern gibt es Stellen überall, in anderen nur an wenigen Zentren. Das entscheidet mit.
Die Fachbereiche
Was Sie in den einzelnen Fächern erwartet.
Erste Anlaufstelle für alles. Sie sehen dieselben Menschen über Jahre und erkennen Veränderungen, die in der Klinik niemand bemerken würde.
Passt zu Ihnen, wenn Sie Breite dem Spezialistentum vorziehen und Beziehungen wichtiger finden als seltene Diagnosen.
Das größte Fach mit den meisten Schwerpunkten — von Kardiologie bis Gastroenterologie. Die Entscheidung für den Schwerpunkt kommt später und ist die eigentliche Weichenstellung.
Passt zu Ihnen, wenn Sie gern kombinieren und aus vielen Puzzleteilen ein Bild bauen.
Sehr strukturiert, sehr technisch, klare Schichten. Sie tragen Verantwortung in Minuten statt in Monaten und sehen Patienten selten wieder.
Passt zu Ihnen, wenn Sie unter Druck ruhig bleiben und planbare Arbeitszeiten schätzen.
Handwerk mit sofort sichtbarem Ergebnis. Der Weg dorthin ist lang und die Lernkurve hängt stark davon ab, wie viel Sie im OP selbst machen dürfen.
Passt zu Ihnen, wenn Sie Ergebnisse sehen wollen und bereit sind, Jahre in Technik zu investieren.
Das Gespräch ist das Instrument. Fortschritte messen sich in Monaten, und Sie brauchen die Fähigkeit, Nähe und Abstand gleichzeitig zu halten.
Passt zu Ihnen, wenn Sie zuhören können, ohne sofort lösen zu müssen.
Sie sehen, was andere nicht sehen — meist ohne den Patienten zu treffen. Ein Fach, das sich durch KI derzeit stark verändert, aber deshalb nicht verschwindet.
Passt zu Ihnen, wenn Sie konzentriert allein arbeiten und Muster erkennen mögen.
Diagnose oft mit dem Auge, große Bandbreite von Onkologie bis Ästhetik. Beliebt — und deshalb sind die Weiterbildungsstellen umkämpft.
Passt zu Ihnen, wenn Sie visuell denken und ambulante Strukturen mögen.
Sie behandeln nie nur das Kind, sondern immer die Familie mit. Emotional fordernd und fachlich breit, weil Kinder keine kleinen Erwachsenen sind.
Passt zu Ihnen, wenn Sie Geduld mitbringen und mit besorgten Eltern gut umgehen können.
Das Fach der genauen Untersuchung. Wer gern systematisch eingrenzt, findet hier den vielleicht intellektuellsten Teil der Medizin.
Passt zu Ihnen, wenn Sie Freude an sauberer Untersuchungstechnik und Logik haben.
Auf einen Blick
Weiterbildungsdauer im Vergleich
Richtwerte nach Musterweiterbildungsordnung. Maßgeblich ist die Weiterbildungsordnung Ihrer Landesärztekammer.
| Fachrichtung | Dauer | Dienstbelastung | Niederlassung |
|---|---|---|---|
| Allgemeinmedizin | 60 Monate | gering | gut möglich |
| Anästhesiologie | 60 Monate | hoch, aber planbar | eingeschränkt |
| Chirurgie | 72 Monate | hoch | eingeschränkt |
| Dermatologie | 60 Monate | gering | gut möglich |
| Innere Medizin | 60–72 Monate | hoch | gut möglich |
| Neurologie | 60 Monate | mittel | möglich |
| Pädiatrie | 60 Monate | hoch | gut möglich |
| Psychiatrie | 60 Monate | mittel | gut möglich |
| Radiologie | 60 Monate | mittel | eingeschränkt |
Tabelle seitlich schiebbar →
Stand August 2026. Angaben ohne Gewähr — bitte gegen die Weiterbildungsordnung Ihrer Landesärztekammer prüfen.
Häufige Fragen vor der Facharztwahl
Ja, und es kommt häufiger vor, als man denkt. Entscheidend ist, wie viel Ihrer bisherigen Weiterbildungszeit die Landesärztekammer im neuen Fach anerkennt — bei verwandten Gebieten oft ein bis zwei Jahre, bei entfernten kaum etwas. Wer wechseln will, sollte das früh tun und sich vorher schriftlich von der Kammer bestätigen lassen, was angerechnet wird.
Auf die Weiterbildungsbefugnis. Sie entscheidet, wie viele Jahre Ihrer Weiterbildung Sie in diesem Haus überhaupt ableisten können — eine Klinik mit 24 Monaten Befugnis bedeutet, dass Sie mittendrin wechseln müssen. Fragen Sie außerdem nach, wie viele Assistenzärzte in den letzten drei Jahren dort tatsächlich zu Ende weitergebildet wurden. Die Antwort sagt mehr als jede Broschüre.
Nein. Die wenigsten wissen es am Ende des Studiums sicher, und die Famulaturen zeigen nur einen Ausschnitt. Hilfreicher als Grübeln ist, gezielt in zwei bis drei Fächer hineinzuschauen, die Sie ausgeschlossen zu haben glauben — dabei kippt die Meinung erstaunlich oft.
Für die meisten Fächer weit weniger, als im Studium behauptet wird. Relevanter sind Famulaturen im Wunschfach, ein guter Eindruck im Vorstellungsgespräch und die Bereitschaft, auch abseits der Universitätsstädte anzufangen. In wenigen sehr beliebten Fächern an großen Zentren spielt die Note eine Rolle — aber selten allein.
Ja, und es verpflichtet zu nichts. Wir kennen die Häuser in den einzelnen Regionen und können einschätzen, wo in Ihrem Wunschfach tatsächlich gut weitergebildet wird. Für Sie ist das kostenfrei — wir werden von den Einrichtungen honoriert, nicht von Bewerbern.
Sanovetis Ärztejournal
Weiterlesen, bevor Sie sich festlegen.
Kein Vertrieb, nur ein Gespräch
Fragen Sie jemanden, der die Häuser kennt.
Zehn Minuten am Telefon ersparen oft Wochen an Recherche und Sie verpflichten sich zu nichts.
Dr. med. Stefan Walther
Gründer & Facharzt für Dermatologie
Loreen Rosenkranz
Team Psychiatrie