Fachärztinnen und Fachärzte · Wechsel in die ambulante Versorgung

Von der Klinik ins MVZ: Was sich für Sie wirklich ändert.

Der Wechsel aus dem Krankenhaus in ein Medizinisches Versorgungszentrum ist einer der häufigsten Schritte nach dem Facharzt. Er tauscht Dienste gegen Taktung, Hierarchie gegen Zielvorgaben und Tarifvertrag gegen individuelle Vereinbarung. Ob das zu Ihnen passt, entscheidet sich an konkreten Rahmenbedingungen, nicht am Etikett „ambulant".

  • Für Ärztinnen und Ärzte kostenfrei
  • Vertraulich, ohne Kontakt zum aktuellen Arbeitgeber
  • Rahmenbedingungen vor dem ersten Gespräch geklärt
Fachärztin im Beratungsgespräch über ihren Wechsel in ein MVZ
Für wen diese Seite ist
Fachärztinnen und Fachärzte aus der Klinik
die einen Wechsel in MVZ oder ambulantes Zentrum erwägen
Der ambulante Arbeitsmarkt

Das MVZ ist längst kein Nischenarbeitgeber mehr.

Die Zahl der Medizinischen Versorgungszentren wächst seit Jahren, und mit ihr die Zahl der angestellten Fachärztinnen und Fachärzte. Für Sie heißt das: mehr Auswahl an Standorten, Trägern und Anstellungsmodellen als noch vor wenigen Jahren.

5.085zugelassene MVZ in Deutschland, Stand 31.12.2024
+4 %Zuwachs gegenüber 2023 (4.897 MVZ)
31.100Ärztinnen und Ärzte arbeiten in MVZ
6,3Ärztinnen und Ärzte im Schnitt je MVZ

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung, MVZ-Statistik, Stand 31.12.2024. Einordnung und Vergleich der Arbeitgebertypen: MVZ als Arbeitsort.

Klinik und MVZ im Vergleich

Sechs Punkte, an denen sich der Alltag tatsächlich unterscheidet.

Die Medizin bleibt dieselbe. Was sich ändert, ist die Organisation drum herum. Diese sechs Punkte sollten Sie für jede konkrete Position kennen, bevor Sie sich entscheiden.

Arbeitszeit und Dienste

Im MVZ entfallen Bereitschafts- und Nachtdienste in der Regel. Dafür ist der Tag stärker getaktet: Sprechstundenzeiten, Terminraster und Wartezimmer geben den Rhythmus vor. Mehr dazu: Arbeiten ohne Dienste.

KlinikSchichten, Dienste, Dienstfrei
MVZFeste Sprechzeiten, planbare Wochen, kaum Nacht- und Wochenendarbeit

Vergütung und Vertrag

Statt Tarifvertrag mit Entgeltgruppen gilt meist ein individueller Arbeitsvertrag. Grundgehalt, variable Anteile und Zielvereinbarungen werden verhandelt, nicht abgelesen. Orientierung: Gehälter und Marktdaten, Gehaltsverhandlung.

KlinikTarif (TV-Ärzte), Zuschläge für Dienste
MVZIndividuelles Gehalt, häufig mit Bonus- oder Umsatzkomponente

Hierarchie und Entscheidungswege

Die Ober- und Chefarztebene fehlt. Fachliche Entscheidungen treffen Sie eigenständig, organisatorische Fragen laufen über die ärztliche Leitung und die Geschäftsführung des Trägers.

KlinikAbteilungsstruktur, Visite, Chefarztvorgaben
MVZFlache Struktur, ärztliche Leitung, Träger als Arbeitgeber

Patientenspektrum und Taktung

Ambulant behandeln Sie mehr Patientinnen und Patienten pro Tag, dafür weniger Akut- und Intensivfälle. Längere Behandlungsbeziehungen sind die Regel, komplexe Diagnostik wird häufiger überwiesen.

KlinikStationär, akut, interdisziplinär vor Ort
MVZAmbulant, chronisch und elektiv, hohe Fallzahl am Tag

Entwicklung und Perspektive

Die klassische Leiter Oberarzt, leitender Oberarzt, Chefarzt gibt es nicht. Entwicklung heißt im MVZ: ärztliche Leitung, Standortverantwortung, Schwerpunktaufbau oder Beteiligung am Träger.

KlinikAufstieg über Hierarchiestufen
MVZÄrztliche Leitung, Standortaufbau, Teilhabe

Träger und Sicherheit

Hinter einem MVZ kann ein Krankenhaus, eine Vertragsarztpraxis, eine kommunale Einrichtung oder ein privater Betreiber stehen. Der Träger bestimmt Kultur, Zielvorgaben und wirtschaftliche Stabilität.

KlinikTräger meist bekannt, tarifgebunden
MVZTrägerstruktur prüfen: Wer entscheidet, wer finanziert?
Ärztin und Arzt am Empfang eines Medizinischen Versorgungszentrums
Passt der Wechsel zu Ihnen?

Der Schritt lohnt sich, wenn die Gründe tragen. Nicht, wenn nur die Dienste nerven.

  • Sie wollen planbare Wochen und ein Leben außerhalb des Dienstplans.

    Das ist der häufigste und meist tragfähige Grund. Das MVZ liefert ihn zuverlässig.

  • Sie arbeiten gern eigenständig und mögen längere Patientenbeziehungen.

    Ambulante Medizin belohnt Kontinuität und Verantwortung ohne Rückversicherung nach oben.

  • Sie können sich vorstellen, später Verantwortung für einen Standort zu übernehmen.

    Ärztliche Leitung oder Beteiligung sind im MVZ oft schneller erreichbar als eine Oberarztstelle in der Klinik.

  • Eher nicht, wenn Sie Akutmedizin, OP-Programm oder Intensivstation brauchen.

    Was Sie in der Klinik fachlich reizt, findet im MVZ oft nicht statt. Das lässt sich vorab an Leistungsspektrum und Ermächtigungen prüfen.

  • Eher nicht, wenn Sie eine Weiterbildungsbefugnis oder Habilitation anstreben.

    Beides ist im MVZ möglich, aber seltener. Klären Sie das vor dem Wechsel, nicht danach.

Der Weg in die ambulante Position

Fünf Schritte vom ersten Gedanken bis zum ersten Sprechstundentag.

Ein Wechsel aus der Klinik braucht keine Eile, aber eine Reihenfolge. So gehen wir mit Ihnen vor. Ergänzend: Stellenwechsel als Facharzt, Kündigung und Zeugnis und der Bewerbungscoach.

1

Ziel klären

Was soll im MVZ besser sein als heute: Zeit, Verantwortung, Region, Vergütung? Erst die Antwort, dann die Suche.

2

Träger und Standort prüfen

Wer steht hinter dem MVZ, wie ist es wirtschaftlich aufgestellt, welches Leistungsspektrum bietet es in Ihrem Fach?

3

Rahmenbedingungen festlegen

Arbeitszeit, Sprechstundenumfang, Gehaltsmodell, Fortbildung und Perspektive werden vor dem ersten Gespräch mit dem Arbeitgeber geklärt.

4

Gespräche führen

Sie sprechen nur mit Einrichtungen, bei denen die Eckpunkte bereits passen. Wir bereiten Sie auf die Gespräche vor.

5

Übergang gestalten

Kündigungsfrist, Resturlaub, Startdatum, KV-Formalitäten: Wir begleiten Sie bis zum Arbeitsbeginn und darüber hinaus.

Vor der Unterschrift

Sieben Punkte, die Sie im MVZ-Vertrag verstanden haben sollten.

Ein Anstellungsvertrag im MVZ regelt mehr individuell als ein Tarifvertrag. Diese Punkte lohnen einen genauen Blick. Für die rechtliche Prüfung im Einzelfall empfehlen wir eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Arbeits- oder Medizinrecht. Grundlagen: Arbeitsvertrag für Ärztinnen und Ärzte.

Hinweis: Diese Liste ist eine Orientierung aus unserer Vermittlungspraxis und keine Rechtsberatung.
  • Arbeitszeit und Sprechstundenumfang

    Wochenstunden, Verteilung auf Tage, Abend- oder Samstagssprechstunden und wie Überstunden ausgeglichen werden.

  • Gehaltsmodell und variable Anteile

    Fixgehalt, Bonus oder Umsatzbeteiligung, Bemessungsgrundlage, Zeitpunkt der Auszahlung und was bei Krankheit oder Urlaub gilt.

  • Zielvereinbarungen

    Welche Kennzahlen gelten, wer sie festlegt und ob sie ärztlich beeinflussbar sind. Fallzahlvorgaben sollten realistisch und schriftlich sein.

  • Fortbildung und Freistellung

    Fortbildungstage, Kostenübernahme, Kongressteilnahme und ob Zusatzbezeichnungen unterstützt werden.

  • Weiterbildungsbefugnis und Lehre

    Falls für Sie relevant: Besteht eine Befugnis am Standort, wird eine beantragt, und wie ist Zeit dafür eingeplant?

  • Haftpflicht, Nebentätigkeit, Wettbewerb

    Wer versichert Sie, welche Nebentätigkeiten sind erlaubt, gibt es nachvertragliche Wettbewerbsklauseln und welche Reichweite haben sie?

  • Perspektive und Beteiligung

    Ist eine spätere ärztliche Leitung, Standortverantwortung oder Beteiligung vorgesehen, und unter welchen Bedingungen?

Was wir dabei übernehmen

Sie sprechen erst mit einem MVZ, wenn die Eckpunkte bereits passen.

Sanovetis ist eine auf Ärztinnen und Ärzte spezialisierte Personalvermittlung. Wir kennen die MVZ-Träger, ihre Strukturen und ihre Anstellungsmodelle und klären die entscheidenden Fragen, bevor Sie Ihre Zeit in Gespräche investieren.

Passende MVZ finden

Nach Fachgebiet, Region, Trägerstruktur und Leistungsspektrum. Auch Positionen, die nicht ausgeschrieben sind.

Rahmenbedingungen vorab klären

Arbeitszeit, Gehaltsmodell, Perspektive und Kultur besprechen wir mit dem Arbeitgeber, bevor Ihr Name fällt.

Begleiten bis zum Start

Gesprächsvorbereitung, Einordnung des Vertragsangebots, Übergang aus der Klinik. Für Sie kostenfrei.

Dr. med. Stefan Walther, Gründer von Sanovetis

„Wer aus der Klinik ins MVZ wechselt, unterschätzt selten die Medizin, aber oft die Taktung. Deshalb sprechen wir vorher über den echten Tagesablauf, nicht nur über das Gehalt."

Dr. med. Stefan Walther, Gründer von Sanovetis, Facharzt für Dermatologie
Häufige Fragen

Was Fachärztinnen und Fachärzte uns zum MVZ-Wechsel fragen.

Verdiene ich im MVZ weniger als in der Klinik?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Im MVZ entfallen Dienstzuschläge, dafür sind Grundgehalt und variable Anteile verhandelbar. Entscheidend ist das Gesamtpaket aus Gehalt, Arbeitszeit und Perspektive. Wir ordnen Angebote für Sie ein, bevor Sie verhandeln.

Kann ich später wieder in die Klinik zurück?

Ja. Fachärztinnen und Fachärzte mit ambulanter Erfahrung sind für Kliniken interessant, besonders in Fächern mit großem ambulantem Anteil. Eine längere Pause von Akut- und OP-Tätigkeit sollten Sie allerdings einplanen und gegebenenfalls durch Kooperationen offenhalten.

Gibt es im MVZ Dienste?

Bereitschafts- und Nachtdienste sind die Ausnahme. Je nach Fach und Standort können Abend- oder Samstagssprechstunden sowie die Teilnahme am KV-Notdienst vorgesehen sein. Das steht im Vertrag und wird vorher geklärt.

Ist das MVZ ein sicherer Arbeitgeber?

Das hängt vom Träger ab. Krankenhaus-MVZ, kommunale Träger, Vertragsärzte und private Betreiber unterscheiden sich in Stabilität und Kultur. Wir kennen die Träger in unseren Fachbereichen und sprechen offen über Stärken und Risiken.

Brauche ich für das MVZ eine eigene Zulassung?

Nein. Als angestellte Ärztin oder angestellter Arzt arbeiten Sie auf einem Arztsitz des MVZ. Die Anstellung wird beim Zulassungsausschuss genehmigt (Rechtsgrundlage: § 95 SGB V). Die Formalitäten übernimmt in der Regel der Träger, wir begleiten den Ablauf.

Kann ich in Teilzeit ins MVZ wechseln?

Teilzeitmodelle sind im MVZ deutlich verbreiteter als in der Klinik und lassen sich meist auf den Arztsitz anrechnen. Umfang und Verteilung der Sprechzeiten sind Verhandlungssache. Mehr dazu unter Teilzeit als Ärztin oder Arzt.

Nächster Schritt

Ein Gespräch verpflichtet Sie zu nichts. Es klärt, ob das MVZ Ihr Weg ist.

Im unverbindlichen Erstgespräch sprechen wir über Ihre Situation in der Klinik, Ihre Ziele und darüber, welche MVZ-Positionen dazu passen könnten. Vertraulich, ohne Kontakt zu Ihrem aktuellen Arbeitgeber.

Ärztin und Berater besprechen ein Stellenangebot

Sanovetis vermittelt Fachärztinnen und Fachärzte, Oberärztinnen und Oberärzte sowie ärztliche Leitungen. Für Ärztinnen und Ärzte ist die Vermittlung kostenfrei.