Fachrichtung finden

Welche Fachrichtung passt zu Ihnen?

Medizinisches Interesse ist wichtig. Aber auch die Frage, wie Sie später arbeiten möchten: mit wem, in welchem Tempo, mit welchen Händen und in welchem Umfeld. Der Fachrichtungs-Finder gleicht Ihre Präferenzen mit typischen Tätigkeitsmerkmalen von 35 Fachrichtungen ab.

  • 35 Fachrichtungen
  • Weiterbildungszeiten nach MWBO 2018
  • Keine Anmeldung
  • Keine Persönlichkeitsanalyse
Ärztin bei einer Untersuchung im Behandlungsraum

Schritt 1

Vierzehn Fragen zu Ihrer Arbeitsweise

Patientenkontakt, operative und interventionelle Tätigkeit, Diagnostik, Technik, Akutmedizin, Planbarkeit, Gesprächsanteil, Breite, ambulante Perspektive und Forschung.

Schritt 2

Abgleich mit 35 Tätigkeitsprofilen

Jede Fachrichtung ist entlang derselben zwölf Merkmale beschrieben. Ihre Angaben werden damit verglichen – nachvollziehbar und ohne Persönlichkeitsanalyse.

Schritt 3

Drei Fachrichtungen zum Weiterdenken

Sie erhalten drei Empfehlungen mit Begründung, Alternativen, Weiterbildungszeiten und einer Einordnung, was Ihre Auswahl geprägt hat.

Ärztin im Gespräch mit einer Patientin
Die meisten Studierenden entscheiden sich nicht für ein Krankheitsbild, sondern für einen Arbeitsalltag. Genau darum geht es im Finder.

Der Fachrichtungs-Finder

Welche Fachrichtung könnte zu Ihnen passen?

Beantworten Sie einige Fragen zu Ihren Interessen, Ihrer bevorzugten Arbeitsweise und Ihrem gewünschten Berufsalltag. Anschließend zeigen wir Ihnen Fachrichtungen, mit denen Sie sich näher beschäftigen könnten.

ca. 3 Minuten · keine Anmeldung erforderlich

Ärztin bei der Befundung am Bildschirm
Zwischen zwei Fachrichtungen zu stehen ist kein Zeichen von Unentschlossenheit. Es lohnt sich, die Unterschiede genau anzusehen, statt sie zu überspringen.

Direkter Vergleich

Bis zu drei Fachrichtungen nebeneinander.

Drei häufig verglichene Fachrichtungen sind voreingestellt. Ändern Sie die Auswahl über die Felder. Die weichen Merkmale sind Einordnungen typischer Tätigkeitsprofile, keine Messwerte.

Ärztin im Klinikalltag
35 Fachrichtungen, ein gemeinsames Raster: alle entlang derselben zwölf Tätigkeitsmerkmale beschrieben.

Fachrichtungen entdecken

Alle Fachrichtungen im Überblick.

Unabhängig vom Testergebnis. Die Angabe zur Weiterbildungszeit ist die Mindestzeit nach der (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018 der Bundesärztekammer.

Ein Tag im Fach

Wie könnte der Arbeitsalltag aussehen?

Beispielhafte Tagesabläufe. Der tatsächliche Alltag unterscheidet sich erheblich nach Arbeitgeber, Position, Schwerpunkt und Versorgungssetting.

Beispielhafter Tagesablauf. Der tatsächliche Alltag unterscheidet sich erheblich nach Arbeitgeber, Position, Schwerpunkt und Versorgungssetting. Dienste, Rotationen und Anteile einzelner Tätigkeiten sind nicht bundesweit einheitlich geregelt.

Zwischen zwei Fachrichtungen?

Wo die Unterschiede tatsächlich liegen.

Fünf Gegenüberstellungen, die in Beratungsgesprächen besonders häufig vorkommen.

Neurologie oder Psychiatrie und Psychotherapie?

Beide Fächer arbeiten am Gehirn, aber mit unterschiedlichen Zugängen. Die Neurologie ordnet Befunde apparativ ein: Bildgebung, Elektrophysiologie, Liquordiagnostik. Die Psychiatrie und Psychotherapie arbeitet überwiegend im Gespräch, mit Psychopathologie, Pharmakotherapie und Psychotherapie. Beide Weiterbildungen dauern nach MWBO 2018 mindestens 60 Monate.

Radiologie oder Nuklearmedizin?

Beides sind eigenständige Gebiete mit je 60 Monaten Mindestweiterbildungszeit. Die Radiologie deckt ein breites Spektrum morphologischer Bildgebung ab und umfasst interventionelle Verfahren. Die Nuklearmedizin arbeitet funktionell und therapeutisch mit radioaktiven Substanzen, hat mehr direkten Patientenbezug bei Therapien und ein engeres Methodenspektrum.

Allgemeinmedizin oder Innere Medizin?

Beide Facharztweiterbildungen dauern mindestens 60 Monate. Die Allgemeinmedizin ist auf die hausärztliche Versorgung ausgerichtet und verlangt 24 Monate ambulante hausärztliche Weiterbildung. Die allgemeininternistische Weiterbildung ist stationär geprägt und die Grundlage für die internistischen Schwerpunkte, die bei 72 Monaten liegen.

Gastroenterologie oder Pneumologie?

Beide sind Schwerpunkt-Fachgebiete der Inneren Medizin mit 72 Monaten Mindestweiterbildungszeit. Die Gastroenterologie hat einen hohen endoskopischen Anteil und in vielen Settings planbare Untersuchungslisten. Die Pneumologie verbindet Funktionsdiagnostik mit einem größeren Anteil an Langzeitbetreuung chronisch Kranker.

Haut- und Geschlechtskrankheiten oder plastisch-operative Fächer?

Die Dermatologie verbindet Blickdiagnostik, konservative Therapie und operative Anteile bei 60 Monaten Mindestweiterbildungszeit. Die Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie ist durchgehend operativ ausgerichtet und dauert mindestens 72 Monate. Wer vor allem diagnostisch arbeiten möchte, findet in der Dermatologie mehr davon.

Anästhesiologie oder Intensivmedizin?

Die Intensivmedizin ist keine eigene Facharztweiterbildung, sondern eine Zusatz-Weiterbildung von 18 Monaten. Sie ist unter anderem aus der Anästhesiologie, Inneren Medizin, Chirurgie, Kinder- und Jugendmedizin, Neurochirurgie und Neurologie erreichbar. Die Facharztweiterbildung Anästhesiologie umfasst 60 Monate und enthält bereits intensivmedizinische Anteile.

Arzt im Telefongespräch auf der Station
Weiterbildungsbefugnis, Rotationen und Dienstmodell entscheiden im Alltag oft mehr als die Facharztbezeichnung auf dem Briefkopf.

Was viele übersehen

Die Fachrichtung ist nur ein Teil Ihres späteren Berufsalltags.

Zwei Ärztinnen mit derselben Facharztbezeichnung können völlig unterschiedliche Arbeitstage haben. Diese Faktoren entscheiden mit – und sie werden bei der Fachwahl regelmäßig unterschätzt.

  • 01

    Der Arbeitgeber prägt den Alltag stärker als das Fach

    Größe des Hauses, Versorgungsstufe, Fallzahl, Teamstärke und Organisation bestimmen, wie viel Zeit tatsächlich für welche Tätigkeit bleibt. Dieselbe Fachrichtung fühlt sich im Maximalversorger anders an als im Haus der Grundversorgung.

  • 02

    Klinik und ambulante Tätigkeit sind zwei verschiedene Berufe

    Viele Fachrichtungen lassen sich stationär und ambulant ausüben. Aufgabenzuschnitt, Patientengruppen, Dokumentation und wirtschaftliche Verantwortung unterscheiden sich dabei erheblich – auch innerhalb desselben Fachs.

  • 03

    Dienste sind nicht bundesweit einheitlich geregelt

    Häufigkeit, Struktur und Vergütung von Bereitschaftsdiensten und Rufbereitschaft hängen vom Tarifvertrag, der Abteilungsgröße und dem Versorgungsauftrag ab. Eine Fachrichtung allein sagt darüber wenig aus.

  • 04

    Ohne Weiterbildungsbefugnis zählt die Zeit nicht

    Weiterbildungszeiten werden nur anerkannt, wenn sie unter der Befugnis einer ermächtigten Ärztin oder eines ermächtigten Arztes an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte abgeleistet werden. Der Umfang der Befugnis ist begrenzt – fragen Sie vor Vertragsunterschrift danach.

  • 05

    Rotationen entscheiden über den Abschluss

    Viele Weiterbildungen verlangen definierte Abschnitte in anderen Bereichen. Ob diese Rotationen im Haus verfügbar sind oder über Kooperationen organisiert werden müssen, beeinflusst die tatsächliche Dauer erheblich.

  • 06

    Weiterbildung in Teilzeit ist möglich

    Die MWBO 2018 sieht vor, dass Weiterbildung in Teilzeit abgeleistet werden kann. Die Gesamtdauer verlängert sich entsprechend. Die konkreten Bedingungen regelt die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

  • 07

    Ein Fachwechsel ist grundsätzlich möglich

    Ein Wechsel der Fachrichtung ist kein Karrierebruch. Ob und in welchem Umfang bereits abgeleistete Zeiten angerechnet werden, entscheidet die zuständige Landesärztekammer im Einzelfall. Eine frühzeitige Anfrage lohnt sich.

  • 08

    Spätere Spezialisierungen verändern das Tätigkeitsprofil

    Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen können den Alltag stärker verändern als die Fachwahl selbst. Aus der Neurologie ist etwa die Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin erreichbar, aus der Dermatologie die Dermatopathologie, aus der Inneren Medizin die Geriatrie.

Weiterbildungszeit

Wie lange dauert die Weiterbildung?

Die Mindestzeit sagt, wann Sie frühestens fertig sein können – nicht, wann Sie es sind. Im Katalog oben finden Sie die Mindestzeit zu jeder Fachrichtung, und über den Filter lässt sich nach 60 und 72 Monaten eingrenzen.

60 Monate

Die häufigste Mindestweiterbildungszeit. Sie gilt unter anderem für Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, Augenheilkunde, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Neurologie, Nuklearmedizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Radiologie, Strahlentherapie und Urologie.

72 Monate

Gilt für die chirurgischen Facharztbezeichnungen, die Neurochirurgie, die Pathologie sowie für die Schwerpunkt-Fachgebiete der Inneren Medizin – also unter anderem Gastroenterologie, Pneumologie, Nephrologie, Rheumatologie sowie Hämatologie und Onkologie.

Rechtlich maßgeblich

Die (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer hat für die Landesärztekammern empfehlenden Charakter. Rechtsverbindlich ist die Weiterbildungsordnung der für Sie zuständigen Landesärztekammer. Dauer, Struktur und anrechenbare Weiterbildungsabschnitte können abweichen.

Ärztinnen und Ärzte im kollegialen Austausch
Mindestzeit heißt Mindestzeit: Rotationen, Teilzeit und der Umfang der Weiterbildungsbefugnis verlängern die tatsächliche Dauer häufig.

Fragen und Antworten

Fachrichtung wählen: die häufigsten Fragen.

Welche Fachrichtung passt zu mir?

Das lässt sich nicht allein am medizinischen Interesse festmachen. Entscheidend ist auch, wie Sie arbeiten möchten: mit wie viel direktem Patientenkontakt, wie viel operativer oder interventioneller Tätigkeit, wie viel Diagnostik und Technik, in welchem Tempo und in welchem Setting. Der Fachrichtungs-Finder auf dieser Seite gleicht genau diese Präferenzen mit den typischen Tätigkeitsmerkmalen von 35 Fachrichtungen ab und zeigt Ihnen, welche davon dazu passen.

Wann muss ich mich für eine Fachrichtung entscheiden?

Formal mit dem Beginn der Weiterbildung, also in der Regel mit der ersten Assistenzarztstelle nach der Approbation. Praktisch beginnt die Orientierung deutlich früher – in Famulaturen, im Praktischen Jahr und in den ersten Berufsmonaten. Eine spätere Korrektur ist möglich, kostet aber Zeit, weil nicht jede abgeleistete Weiterbildungszeit vollständig angerechnet wird.

Welche Facharztweiterbildung dauert wie lange?

Nach der (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018 liegt die Mindestweiterbildungszeit bei den meisten Gebieten bei 60 Monaten. 72 Monate gelten unter anderem für die chirurgischen Facharztbezeichnungen, die Neurochirurgie, die Pathologie und die Schwerpunkt-Fachgebiete der Inneren Medizin wie Gastroenterologie, Pneumologie oder Hämatologie und Onkologie. Rechtsverbindlich ist die Weiterbildungsordnung Ihrer Landesärztekammer.

Kann ich während der Weiterbildung die Fachrichtung wechseln?

Ja. Ein Wechsel ist grundsätzlich jederzeit möglich und kommt häufiger vor, als viele annehmen. Entscheidend ist die Frage der Anrechnung: Ob und in welchem Umfang bereits abgeleistete Zeiten auf die neue Weiterbildung angerechnet werden, entscheidet die zuständige Landesärztekammer im Einzelfall. Klären Sie das vor dem Wechsel, nicht danach.

Werden bisherige Weiterbildungszeiten angerechnet?

Teilweise. Inhaltlich überschneidende Abschnitte können angerechnet werden, etwa internistische Zeiten beim Wechsel in die Allgemeinmedizin. Voraussetzung ist immer, dass die Zeit unter Befugnis an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte abgeleistet wurde und ein Zeugnis vorliegt. Die Entscheidung trifft die Landesärztekammer.

Welche Fachrichtungen sind besonders ambulant geprägt?

Ausgeprägte ambulante Perspektiven bestehen unter anderem in der Allgemeinmedizin, der Augenheilkunde, der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, den Haut- und Geschlechtskrankheiten, der Frauenheilkunde und Geburtshilfe, der Urologie sowie in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie. In der Allgemeinmedizin ist die ambulante Tätigkeit sogar Teil der Weiterbildung: 24 der 60 Monate müssen ambulant hausärztlich abgeleistet werden.

Welche Fachrichtungen haben typischerweise viele Dienste?

Eine höhere Dienstbelastung ist typisch für Fächer mit durchgehendem Versorgungsauftrag: Anästhesiologie, die chirurgischen Fächer, Innere Medizin in der Akutversorgung, Neurologie mit Stroke Unit, Kinder- und Jugendmedizin sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Wie viele Dienste tatsächlich anfallen, hängt jedoch stark von Abteilungsgröße, Versorgungsstufe und Dienstmodell ab und ist nicht bundesweit einheitlich geregelt.

Kann ich die Facharztweiterbildung in Teilzeit absolvieren?

Ja. Die Weiterbildung kann in Teilzeit abgeleistet werden; die Gesamtdauer verlängert sich dann entsprechend, sodass Inhalt und Umfang der Vollzeitweiterbildung entsprechen. Die konkreten Voraussetzungen und Mindestumfänge regelt die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Welche Rolle spielt die Weiterbildungsbefugnis einer Klinik?

Eine entscheidende. Anerkannt werden nur Zeiten, die unter der Befugnis einer ermächtigten Ärztin oder eines ermächtigten Arztes an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte abgeleistet wurden. Die Befugnis ist zeitlich begrenzt – eine Abteilung kann etwa für 24 von 60 Monaten befugt sein. Fragen Sie vor Vertragsunterschrift nach Umfang und Restlaufzeit der Befugnis und danach, wie die übrigen Abschnitte organisiert werden.

Unterscheidet sich die Facharztweiterbildung zwischen Bundesländern?

Ja, in Details. Die Bundesärztekammer gibt mit der (Muster-)Weiterbildungsordnung eine Empfehlung, die die 17 Landesärztekammern jeweils in eigenes Satzungsrecht umsetzen. Zeitpunkt der Umsetzung und einzelne Regelungen können abweichen. Maßgeblich ist immer die Weiterbildungsordnung der Kammer, bei der Sie Mitglied sind und den Antrag auf Zulassung zur Prüfung stellen.

Ersetzt der Fachrichtungs-Finder eine Beratung?

Nein. Der Finder ist eine strukturierte Orientierungshilfe. Er gleicht Ihre angegebenen Präferenzen mit typischen Tätigkeitsmerkmalen ab und macht sichtbar, welche Fachrichtungen dazu passen könnten. Er trifft keine Eignungsaussage, verwendet keine psychologische Diagnostik und ersetzt weder Famulaturen und PJ noch das Gespräch mit Ärztinnen und Ärzten aus dem jeweiligen Fach.

Nächster Schritt

Sie haben Ihre Fachrichtung eingegrenzt. Jetzt kommt die Weiterbildungsstätte.

Die gleiche Fachrichtung kann sich je nach Klinik, MVZ oder Praxis sehr unterschiedlich anfühlen. Entscheidend sind unter anderem Weiterbildungsbefugnis, Rotationen, Arbeitszeit, Dienste und fachliche Entwicklung.

Arzt und Beraterin im Gespräch auf dem Klinikflur

Quelle der Weiterbildungszeiten: Bundesärztekammer, (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018. Rechtsverbindlich ist die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer. Stand: September 2026.