Was Ärztinnen und Ärzte 2026 verdienen
Das Grundgehalt ist tariflich geregelt und öffentlich nachlesbar. Über die tatsächliche Vergütung entscheiden trotzdem vier andere Größen: Dienste, Zulagen, Arbeitgebertyp und Region. Diese Seite trennt beides sauber.
- Tarif Facharzt, Stufe 1
- 7.552,19 €Grundgehalt pro Monat, TV-Ärzte/VKA
- Facharzt, Endstufe
- 9.698,91 €Grundgehalt Stufe 6, TV-Ärzte/VKA
- Oberärztin / Oberarzt
- 9.459,56 €Grundgehalt Stufe 1, TV-Ärzte/VKA
- Bereitschaftsdienst
- 43,83 €Facharzt, je Stunde, Stufe 1
Alle Werte nach TV-Ärzte/VKA, gültig ab 1. Juni 2026. Quelle: Marburger Bund / VKA.
Die tarifliche Entgelttabelle – alle Stufen
Der TV-Ärzte/VKA regelt die Vergütung an kommunalen Krankenhäusern. Er ist der einzige Teil des Einkommens, der sich exakt beziffern lässt – und deshalb der richtige Ausgangspunkt für jede Verhandlung. Der Stufenaufstieg erfolgt nach ärztlicher Tätigkeitsdauer in der jeweiligen Entgeltgruppe.
| Stufe | EG I · Weiterbildung | EG II · Facharzt | EG III · Oberarzt | EG IV · Ständ. Vertretung |
|---|---|---|---|---|
| Stufe 1 | 5.722,05 € | 7.552,19 € | 9.459,56 € | 11.127,50 € |
| Stufe 2 | 6.046,42 € | 8.185,40 € | 10.015,53 € | 11.922,95 € |
| Stufe 3 | 6.278,07 € | 8.741,40 € | 10.810,95 € | – |
| Stufe 4 | 6.679,58 € | 9.065,74 € | – | – |
| Stufe 5 | 7.158,37 € | 9.382,33 € | – | – |
| Stufe 6 | 7.355,29 € | 9.698,91 € | – | – |
Sie werden individuell vereinbart und bestehen regelmäßig aus Grundvergütung, variablen Anteilen und – je nach Haus – einer Beteiligung an Wahlleistungen. Eine tabellarische Angabe wäre an dieser Stelle unseriös.
Wie sich das Grundgehalt über die Stufen entwickelt
Dargestellt ist das tarifliche Jahresgrundgehalt, also das Monatsgrundgehalt multipliziert mit zwölf. Dienste, Zulagen und Jahressonderzahlung sind darin nicht enthalten. Der Balken reicht von Stufe 1 bis zur Endstufe, der Strich markiert den Median der Stufen.
Tarifliches Jahresgrundgehalt nach Entgeltgruppe
Kommunale Kliniken, Vollzeit. Berechnet aus den Monatsgrundgehältern des TV-Ärzte/VKA, gültig ab 1. Juni 2026.
Woraus sich ein Facharztgehalt zusammensetzt
Die Bestandteile in der Reihenfolge ihres typischen Gewichts, am Beispiel einer Facharztstelle an einer kommunalen Klinik mit regelmäßigen Bereitschaftsdiensten.
Die Flächen zeigen die übliche Rangfolge, keine gemessene Verteilung. Der Anteil der Dienste schwankt in der Praxis erheblich – bei einem Stellenwechsel ist er die häufigste Ursache für unerwartete Einkommensunterschiede.
Was mein Gehalt beeinflusst
Die Faktoren sind nach der Stärke ihres typischen Einflusses auf das Gesamtbrutto geordnet – vom stärksten zum schwächsten.
Qualitative Einordnung aus Kandidatengesprächen und ausgewerteten Stellenangeboten. Keine repräsentative Erhebung.
Klinik, MVZ oder Praxis im Vergleich
Das höchste Bruttogehalt und das beste Verhältnis von Einkommen zu Arbeitszeit fallen selten zusammen. Wer wechselt, sollte beides nebeneinanderlegen.
| Kriterium | Klinik | MVZ | Praxis (angestellt) |
|---|---|---|---|
| Gesamtbrutto | hoch, stark dienstabhängig | mittel bis hoch, planbar | mittel, wenig variabel |
| Arbeitszeit | hoch, dienstbedingt schwankend | weitgehend planbar | planbar, sprechstundengebunden |
| Dienste | regelmäßig, teils nachts | selten bis keine | keine, ggf. Notdienst |
| Variable Bestandteile | Dienste, Zulagen | Zielvereinbarung möglich | Umsatzbeteiligung möglich |
| Einkommen je Arbeitsstunde | mittel | hoch | hoch |
| Langfristiges Potenzial | Oberarzt-, Chefarztlaufbahn | Ärztliche Leitung, Standortleitung | Teilhaberschaft, Übernahme |
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zum Arztgehalt
Wie viel verdient eine Fachärztin oder ein Facharzt im Monat?
Das tarifliche Grundgehalt an kommunalen Kliniken beträgt nach TV-Ärzte/VKA in Entgeltgruppe II, Stufe 1 derzeit 7.552,19 Euro brutto im Monat. Mit Berufsjahren, Diensten, Zulagen und Jahressonderzahlung liegt das Gesamtbrutto in der Praxis meist deutlich darüber. Für Häuser ohne Tarifbindung gelten eigene Regelungen.
Verdient man im MVZ weniger als in der Klinik?
Beim Bruttogehalt häufig ja, weil die Dienste entfallen. Pro geleisteter Arbeitsstunde ist das Ergebnis oft vergleichbar oder besser. Wer wechselt, sollte deshalb nicht Jahresbrutto gegen Jahresbrutto rechnen, sondern die tatsächliche Wochenarbeitszeit einbeziehen.
Wie sich die Vergütungslogik der vier Arbeitsmodelle unterscheidet, zeigt der Vergleich von Klinik, MVZ, Praxisanstellung und Niederlassung.
Wie stark unterscheiden sich die Gehälter regional?
Eine belastbare bundesweite Statistik zu regionalen Gehaltsunterschieden bei Ärztinnen und Ärzten gibt es nicht. In tarifgebundenen Häusern ist der Spielraum ohnehin gering, weil das Grundgehalt bundeseinheitlich geregelt ist. Jenseits des Tarifs zeigt sich in unseren Gesprächen ein wiederkehrendes Muster: Die höchsten Angebote kommen nicht aus den teuersten Städten, sondern aus Regionen, in denen Stellen schwer zu besetzen sind.
Lohnt sich eine Zusatzqualifikation finanziell?
Der TV-Ärzte/VKA sieht für Zusatzqualifikationen keine eigene Entgeltstufe vor – unmittelbar wirken sie sich auf das tarifliche Grundgehalt daher nicht aus. Wirtschaftlich relevant ist der indirekte Effekt: Sie erweitern den Kreis der erreichbaren Positionen, etwa in Funktionsbereichen oder auf Oberarztebene, und verbessern damit die Verhandlungsposition.
Was verdient eine Chefärztin oder ein Chefarzt?
Dazu geben wir bewusst keine Spanne an. Chefarztverträge werden individuell verhandelt und bestehen aus Grundvergütung, variablen Bestandteilen und je nach Haus einer Beteiligung an Wahlleistungen. Seriös lässt sich das nur im konkreten Fall einordnen.
Methodik
Wir unterscheiden auf dieser Seite konsequent zwei Arten von Aussagen. Tarifwerte sind exakt und mit Entgeltgruppe, Stufe und Stichtag belegt. Alles darüber hinaus – Dienste, Zulagen, Arbeitgebertyp und Region – ordnen wir qualitativ ein, weil dafür keine amtliche berufsspezifische Verdienststatistik existiert.
- Tarifwerte stammen aus dem TV-Ärzte/VKA und sind mit Entgeltgruppe, Stufe und Stichtag ausgewiesen.
- Wo keine belastbaren Daten vorliegen, verzichten wir bewusst auf Zahlen und zeigen nur die Rangfolge.
- Chefarztvergütungen werden bewusst nicht beziffert.
- Qualitative Einordnungen sind als solche gekennzeichnet und beruhen auf Kandidatengesprächen und ausgewerteten Stellenangeboten.
Datenbasis und Quellen
- TV-Ärzte/VKA, Entgelttabelle gültig ab 1. Juni 2026 (Marburger Bund / Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Änderungstarifvertrag Nr. 10 vom 13. Januar 2025).
- Statistisches Bundesamt: Mikrozensus 2024, Arbeitszeiten in Gesundheitsberufen (Pressemitteilung N013 vom 24. Februar 2026).
- Bundesärztekammer: Ärztestatistik zum 31. Dezember 2025.
- Marburger Bund: MB-Monitor 2024, Angaben zur tatsächlichen Wochenarbeitszeit.
- Sanovetis: Gehaltsangaben aus Kandidatengesprächen und Stellenmarktanalyse.
Zuletzt aktualisiert: August 2026
Gehalt einordnen lassen – vor der Verhandlung, nicht danach
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