Marktdaten & Insights Für Ärztinnen und Ärzte Marktberichte

Regionaler Marktbericht 2026

Es gibt keinen deutschen Ärztearbeitsmarkt. Es gibt sechzehn.

Wo Ärztinnen und Ärzte gesucht werden, hängt weniger vom Fach ab als von der Postleitzahl. Dieser Bericht ordnet die regionale Verteilung: wo die Ärzteschaft konzentriert ist, wo Versorgung amtlich als gefährdet gilt und was beides für eine Bewerbung bedeutet.

120Einwohner kommen in Hamburg rechnerisch auf eine berufstätige Ärztin oder einen Arzt
196in Brandenburg – dem Schlusslicht unter den Bundesländern
40Planungsbereiche mit festgestellter Unterversorgung, überwiegend hausärztlich
958Fälle, in denen ein Planungsbereich den Versorgungsgrad von 140 Prozent überschritt
Ärztin bei einer Untersuchung in einer Klinik
Versorgung findet überall statt – aber nicht überall unter denselben Bedingungen.

Kurz gesagt

Vier Befunde aus den aktuellen Zahlen.

  • Unter- und Überversorgung existieren gleichzeitig. Während 40 Planungsbereiche als unterversorgt gelten und 173 als von Unterversorgung bedroht, wurde im vierten Quartal 2025 in 958 Fällen ein Versorgungsgrad von über 140 Prozent festgestellt. Der Mangel ist ein Verteilungsproblem, kein reines Mengenproblem.
  • Die Spanne zwischen Stadt und Fläche ist größer als jede Fachrichtungsdifferenz. Zwischen Hamburg und Brandenburg liegen 76 Einwohner je berufstätigem Arzt – ein Unterschied von rund 63 Prozent.
  • Wo viele Ärztinnen und Ärzte sind, ist auch die Konkurrenz groß. Die drei größten Kammerbezirke vereinen fast die Hälfte der Ärzteschaft. Genau dort sind Stellen am schwersten zu bekommen und am schlechtesten zu verhandeln.
  • Der eigene Radius entscheidet mehr als das Bundesland. Zwischen einem Ballungsraum und der Region 60 Kilometer weiter liegen oft Welten – innerhalb desselben Bundeslandes.

Verteilung

Wo die 446.120 berufstätigen Ärztinnen und Ärzte arbeiten.

Die Bundesärztekammer zählt nach Kammerbezirken, nicht nach Bundesländern. Nordrhein-Westfalen hat deshalb zwei Kammern: Nordrhein und Westfalen-Lippe. Zusammengenommen ist es der mit Abstand größte Markt.

Nordrhein-Westfalen gesamt96.425
Bayern74.510
Baden-Württemberg57.416
davon Kammerbezirk Nordrhein55.482
davon Westfalen-Lippe40.943

Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025. Diese drei Länder stellen zusammen 228.351 der 446.120 berufstätigen Ärztinnen und Ärzte – rund 51 Prozent.

Ärztedichte

Was die Zahl aussagt – und was nicht.

Die Ärztedichte gibt an, wie viele Einwohnerinnen und Einwohner rechnerisch auf eine berufstätige Ärztin oder einen berufstätigen Arzt kommen. Je niedriger der Wert, desto dichter die Versorgung.

Die Spitzengruppe: die Stadtstaaten

Hamburg120 Einwohner je Arzt
Berlin141 Einwohner je Arzt
Bremen160 Einwohner je Arzt
Brandenburg196 Einwohner je Arzt

Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025.

Warum die Zahl in die Irre führen kann

  • Stadtstaaten versorgen ihr Umland mit. Die Universitätskliniken in Hamburg oder Berlin behandeln Menschen, die dort nicht gemeldet sind.
  • Gezählt werden alle berufstätigen Ärztinnen und Ärzte – auch die, die in Verwaltung, Forschung oder Industrie arbeiten und keine Patienten sehen.
  • Teilzeit wird nicht berücksichtigt. Zwei Ärztinnen in Teilzeit zählen wie zwei in Vollzeit.
  • Der Wert sagt nichts über die Altersstruktur. Eine Region mit vielen Praxisinhaberinnen über 60 kann heute gut versorgt sein und in fünf Jahren nicht mehr.

Zwei Landkarten

Unterversorgung und Überversorgung nebeneinander.

Die Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigungen zeigt beides gleichzeitig – und zwar für dasselbe Jahr.

Wo es zu wenige gibt

40 Planungsbereiche mit festgestellter Unterversorgung, überwiegend im hausärztlichen Bereich. 173 weitere gelten als von Unterversorgung bedroht. Zusätzlichen lokalen Versorgungsbedarf stellten drei Kassenärztliche Vereinigungen fest – alle im Osten Deutschlands.

Für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet das: Förderprogramme, kürzere Verfahren und deutlich mehr Verhandlungsspielraum – bei Anstellung wie bei Niederlassung.

Wo es rechnerisch zu viele gibt

Im vierten Quartal 2025 war in 958 Fällen ein Planungsbereich davon betroffen, dass der allgemeine bedarfsgerechte Versorgungsgrad um mehr als 40 Prozent überschritten wurde – die Schwelle, ab der ein Praxisaufkauf bei Nachbesetzung möglich wird.

Für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet das: gesperrte Planungsbereiche, teure Sitze und im Klinikbereich viele qualifizierte Mitbewerber auf dieselbe Stelle.

Kassenärztliche Bundesvereinigung, Landesbeschlüsse zu Über- und Unterversorgung; Grundlage ist die Umfrage unter den Kassenärztlichen Vereinigungen mit Stand 31.12.2025. Die Bedarfsplanung gilt für die vertragsärztliche, also ambulante Versorgung. Für Kliniken gibt es keine vergleichbare bundesweite Planung.

Das Sanovetis-Modell

Was macht eine Region für Ärztinnen und Ärzte beruflich interessant?

Eine regionale Marktchance ist keine Kennzahl, die sich ausrechnen lässt. Sie entsteht aus sieben Faktoren, die zusammenwirken – und die bei zwei Ärztinnen mit demselben Fachgebiet zu völlig unterschiedlichen Antworten führen können.

01

Versorgungsbedarf

Wie viele Menschen kommen auf wie viele Ärztinnen und Ärzte – und wie entwickelt sich die Bevölkerung dort?

02

Arbeitgeberstruktur

Wie viele Häuser, MVZ und Praxen Ihres Fachs liegen in erreichbarer Entfernung, und wer trägt sie?

03

Fachrichtungsnachfrage

Für Ihr Fachgebiet kann dieselbe Region eng oder offen sein. Die Gesamtzahl sagt darüber nichts.

04

Altersstruktur

Wo viele Kolleginnen und Kollegen kurz vor dem Ruhestand stehen, entstehen Nachfolge- und Führungsoptionen.

05

Karriereoptionen

Weiterbildungsbefugnisse, Abteilungsgrößen und Führungsvakanzen sind regional sehr unterschiedlich verteilt.

06

Niederlassungsmöglichkeiten

Ob eine Zulassung möglich ist, hängt vom Planungsbereich und der Fachgruppe ab, nicht vom Bundesland.

07

Persönliche Passung

Wohnkosten, Pendelzeit, Partnerarbeitsmarkt und soziale Bindung entscheiden mit – und sind nicht verhandelbar.

Dieses Modell ist ein Ordnungsrahmen, keine Berechnung. Wir vergeben bewusst keine Punktzahlen und keine Regionsnoten: Jeder der sieben Faktoren hat je nach Fachrichtung, Karrierestufe und Lebenssituation ein anderes Gewicht.

Regionsprofile

Der ärztliche Arbeitsmarkt nach Kammerregionen

Wählen Sie eine Region aus, um ihr Profil zu sehen. Die Darstellung folgt den siebzehn Landesärztekammern, nicht den sechzehn Bundesländern: Nordrhein-Westfalen wird von zwei Kammern vertreten. Es gibt hier bewusst keine Farbskala von gut nach schlecht – eine Region ist ein Profil, keine Note.

Schematische Anordnung der Kammerregionen. Die Kacheln bilden die ungefähre geografische Lage ab, nicht Fläche oder Bevölkerung.

Bayern

Landesärztekammer · Stand 31.12.2025

74.510berufstätige Ärztinnen und Ärzte
+2,7 %Veränderung zum Vorjahr
30.960ambulant tätig
37.339stationär tätig
18.745davon niedergelassen
42 %Anteil ambulant an berufstätig

Quelle: Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025, Tabelle 2. Die Zahlen beschreiben die Versorgungsstruktur einer Region. Sie sagen für sich genommen nichts darüber aus, wie leicht oder schwer dort eine bestimmte Stelle zu bekommen ist.

Offene Positionen ansehen · Fachbereiche im Überblick

Vier Regionstypen

Was der Standort für Ihre Bewerbung bedeutet.

Die amtlichen Zahlen beschreiben Versorgung. Für die eigene Bewerbung ist eine andere Einteilung nützlicher: die nach Konkurrenzlage und Verhandlungsposition.

Typ 1

Großstadt und Universitätsstandort

Hohe Ärztedichte, viele Häuser, viele Bewerberinnen und Bewerber auf dieselbe Stelle. Weiterbildung und Spezialisierung sind hier am breitesten verfügbar.

Konkurrenz
hoch
Verhandlungsspielraum
gering, meist strikt tariflich
Typische Arbeitgeber
Universitätsklinik, Maximalversorger, große MVZ-Verbünde
Stärke
Fachliche Tiefe, Forschung, Netzwerk

Typ 2

Mittelstadt und Umland der Ballungsräume

Der unterschätzte Markt. Erreichbarkeit und Infrastruktur wie in der Stadt, aber deutlich weniger Mitbewerber. Häuser der Grund- und Regelversorgung besetzen hier regelmäßig extern.

Konkurrenz
mittel
Verhandlungsspielraum
spürbar, besonders auf Oberarztebene
Typische Arbeitgeber
Schwerpunktversorger, kommunale Häuser, MVZ
Stärke
Frühe Verantwortung bei akzeptabler Lebensqualität

Typ 3

Ländlicher Raum im Osten

Hier konzentrieren sich die Feststellungen zu Unterversorgung und zusätzlichem lokalem Versorgungsbedarf. Förderprogramme der Kassenärztlichen Vereinigungen sind hier am ausgeprägtesten.

Konkurrenz
gering
Verhandlungsspielraum
groß, auch bei Arbeitszeit und Fortbildung
Typische Arbeitgeber
Grund- und Regelversorger, kommunale MVZ, Praxen mit Nachfolgebedarf
Stärke
Schnelle Verantwortung, Fördermittel, planbare Perspektive

Typ 4

Ländlicher Raum im Westen und Grenzregionen

Gute Verkehrsanbindung, aber Konkurrenz um Personal mit den Nachbarregionen und teils mit dem Ausland. Die Lage unterscheidet sich hier stärker von Kreis zu Kreis als von Bundesland zu Bundesland.

Konkurrenz
gering bis mittel
Verhandlungsspielraum
mittel bis groß
Typische Arbeitgeber
Regelversorger, Fachkliniken, Rehabilitationseinrichtungen
Stärke
Häufig gute Vereinbarkeit und niedrige Lebenshaltungskosten

Radius

Warum der Suchradius wichtiger ist als das Bundesland.

Dreißig Kilometer verändern den Markt

Zwischen einem Universitätsstandort und dem nächsten Regelversorger liegt oft eine halbe Autostunde – und ein völlig anderes Bewerberfeld.

Zählen Sie Häuser, nicht Städte

Entscheidend ist, wie viele Kliniken Ihres Fachs in Ihrem Radius liegen. Zwei sind eine Zwangslage, sechs sind ein Markt.

Rechnen Sie den Weg realistisch

Nicht die Kilometer entscheiden, sondern die Fahrzeit zum Dienstbeginn und nach einer Nacht im Dienst.

Prüfen Sie die Perspektive des Hauses

Trägerschaft, Fusionen, Bau- und Investitionsentscheidungen sagen mehr über die nächsten fünf Jahre als die aktuelle Stellenanzeige.

Einkommen

Regionale Unterschiede beim Verdienst – und wo sie herkommen.

FaktorRegional unterschiedlich?Erläuterung
Tarifliches GrundgehaltNeinTV-Ärzte/VKA und TV-Ärzte/TdL gelten bundesweit einheitlich
Tarifbindung des HausesJaNicht jedes Haus ist tarifgebunden; private Träger nutzen teils Haustarife
Dienst- und BereitschaftsanteilJaKleine Häuser mit dünner Personaldecke bedeuten mehr Dienste und damit mehr Zuschläge
Außertarifliche BestandteileJaIn Regionen mit Besetzungsproblemen deutlich häufiger und höher
Förderung bei NiederlassungJaSicherstellungszuschläge und Fördermittel greifen vor allem in unterversorgten Bereichen
LebenshaltungskostenJaWohnkosten verändern das verfügbare Einkommen stärker als die Entgeltstufe

Konkrete Entgelttabellen und Spannen finden Sie auf unserer Seite zu Arztgehältern und Vergütung.

Vorbereitung

Acht Punkte, mit denen Sie eine Region prüfen.

Wie viele Häuser meines Fachs liegen in 45 Minuten Fahrzeit?
Gilt der Planungsbereich als unterversorgt, bedroht oder gesperrt?
Wer ist Träger – kommunal, freigemeinnützig, privat – und wie stabil ist er?
Gibt es Fusions-, Schließungs- oder Umbaupläne in der Region?
Wie ist die Altersstruktur der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen?
Welche Weiterbildungsbefugnisse bestehen im Haus und für wie viele Jahre?
Was kostet Wohnen dort – Miete oder Kauf – im Verhältnis zum Einkommen?
Was spricht für einen Verbleib, wenn die Stelle nach drei Jahren nicht mehr passt?

Stadt und Land

Großstadt oder ländliche Region: Wo liegen die Unterschiede?

Beide Seiten haben belastbare Vorteile und reale Nachteile. Welche Seite überwiegt, entscheidet Ihre Fachrichtung, Ihre Karrierestufe und Ihre Lebenssituation – nicht die Region an sich.

Großstadt und Ballungsraum

Was dafür spricht: größere Arbeitgeberauswahl, Universitätsmedizin und Maximalversorger, große MVZ-Verbünde, spezialisierte Zentren, breitere Fachrichtungslandschaft und ein größerer Arbeitsmarkt auch für die Partnerin oder den Partner.

Was dagegen sprechen kann: stärkere Konkurrenz um besonders attraktive Positionen, geringerer Verhandlungsspielraum bei überwiegend tariflicher Vergütung, höhere Wohnkosten und innerstädtische Pendelzeiten, die kürzere Wege wieder aufzehren.

Ländliche und kleinere Region

Was dafür spricht: in bestimmten Fachrichtungen deutlich stärkere Nachfrage, häufig weniger Mitbewerber auf dieselbe Stelle, früher erreichbare Führungsverantwortung, Nachfolge- und Niederlassungsoptionen sowie in unterversorgten Bereichen Förderinstrumente der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Was dagegen sprechen kann: kleinere Auswahl an Arbeitgebern, weniger hochspezialisierte Einrichtungen, dünnere Personaldecke und damit mehr Dienste sowie persönliche Standortpräferenzen, die sich nicht wegverhandeln lassen.

Keine der beiden Seiten ist pauschal die bessere Wahl. Wer in einem kleinen Fachgebiet arbeitet, findet auf dem Land unter Umständen gar keinen Arbeitgeber; wer Führungsverantwortung sucht, findet sie in der Großstadt oft erst deutlich später.

Fachrichtung

Die passende Region hängt von Ihrer Fachrichtung ab

Dieselbe Region kann für zwei Fachgebiete völlig unterschiedlich aussehen. Entscheidend ist nicht, wie viele Ärztinnen und Ärzte dort insgesamt arbeiten, sondern welche Strukturen Ihr Fach überhaupt braucht: Geräte, Zentren, Betten, Zulassungen oder Institutsambulanzen.

Allgemeinmedizin

Der am stärksten ambulant geprägte Bereich. Regionale Unterschiede entstehen hier vor allem über die Bedarfsplanung und über die Altersstruktur der niedergelassenen Kollegenschaft.

Allgemeinmedizin

Innere Medizin

Breit in Klinik und Praxis vertreten. Für Schwerpunkte wie Gastroenterologie oder Pneumologie zählt weniger das Bundesland als die Frage, welche Häuser die Schwerpunktversorgung vorhalten.

Innere Medizin

Dermatologie

Stark ambulant geprägt, mit hoher MVZ-Dichte in Ballungsräumen. Zulassungen sind in vielen Planungsbereichen gesperrt, Anstellung ist der häufigere Weg.

Dermatologie

Radiologie und Nuklearmedizin

Geräteabhängig und deshalb an Standorte gebunden. Teleradiologie verschiebt die Frage, wo man wohnen muss, aber nicht die, wo die Geräte stehen.

Radiologie und Nuklearmedizin

Psychiatrie und Psychotherapie

Stationär in Fachkliniken, ambulant in Praxen und Institutsambulanzen. Die Standorte großer Fachkliniken liegen oft außerhalb der Ballungsräume.

Psychiatrie und Psychosomatik

Neurologie

Zwischen Akutversorgung mit Stroke Units und ambulanter Weiterbehandlung. Entscheidend ist, welche Versorgungsstufe die Häuser im Radius abdecken.

Neurologie

Gynäkologie und Geburtshilfe

Von Schließungen und Zusammenlegungen von Geburtsabteilungen besonders betroffen. Die Regionsprüfung sollte hier ausdrücklich die Perspektive des Hauses einschließen.

Gynäkologie und Geburtshilfe

Hämatologie und Onkologie

An Zentren und zertifizierte Strukturen gebunden. Ambulante Optionen bestehen über Schwerpunktpraxen und die ambulante spezialfachärztliche Versorgung.

Onkologie und Palliativmedizin

Endokrinologie

Ein kleines Fachgebiet mit wenigen Standorten. Der sinnvolle Suchradius ist hier fast immer größer als in breit aufgestellten Fächern.

Endokrinologie

Diabetologie

Stark ambulant und in Schwerpunktpraxen organisiert. Die regionale Versorgungslage lässt sich hier nur fachgruppenspezifisch beurteilen.

Diabetologie

Kinder- und Jugendpsychiatrie

Wenige, dafür große Einrichtungen und Institutsambulanzen. Die Standortfrage entscheidet hier stärker als in fast jedem anderen Fach.

Kinder- und Jugendpsychiatrie

Psychosomatische Medizin

Überwiegend in Fach- und Rehabilitationskliniken, die häufig in ländlichen Regionen liegen. Das verschiebt die Stadt-Land-Rechnung deutlich.

Psychosomatische Medizin

Wir veröffentlichen hier bewusst keine Rangliste der Bundesländer nach Fachgebiet. Belastbare fachgruppen- und regionsspezifische Aussagen ergeben sich aus der Bedarfsplanung der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung und aus der konkreten Häuserlandschaft im Suchradius – nicht aus bundesweiten Durchschnitten.

Zwei Ärztinnen und Ärzte besprechen Unterlagen
Ob eine Niederlassung möglich ist, entscheidet der Planungsbereich – nicht das Bundesland.

Niederlassung

Wo kann ich mich als Ärztin oder Arzt niederlassen?

Ob eine vertragsärztliche Niederlassung möglich ist, entscheidet nicht das Bundesland, sondern die Bedarfsplanung für Ihre Fachgruppe im jeweiligen Planungsbereich. Diese fünf Begriffe sollten Sie auseinanderhalten können, bevor Sie eine Region ernsthaft prüfen.

Versorgungsgrad

Das Verhältnis der tatsächlich vorhandenen zu den rechnerisch vorgesehenen Arztsitzen einer Fachgruppe in einem Planungsbereich, angegeben in Prozent.

Offener Planungsbereich

Der Versorgungsgrad liegt unterhalb der Sperrgrenze. Eine Zulassung ist grundsätzlich möglich, ohne dass ein Sitz übernommen werden muss.

Gesperrter Planungsbereich

Zulassungsbeschränkungen bestehen. Der Zugang führt in der Regel über die Nachbesetzung eines vorhandenen Sitzes, über Anstellung oder über ein MVZ.

Unterversorgung und drohende Unterversorgung

Vom Landesausschuss förmlich festgestellt. In diesen Bereichen greifen Förderinstrumente der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Sonderbedarf

Auch in gesperrten Bereichen kann eine Zulassung möglich sein, wenn ein besonderer lokaler oder qualifikationsbezogener Versorgungsbedarf anerkannt wird.

Praxisübernahme und Anstellung

In gesperrten Bereichen die häufigsten Wege. Beides ist auch dort möglich, wo eine Neuzulassung ausgeschlossen ist.

Ein hoher Versorgungsgrad bedeutet nicht automatisch, dass sich eine Praxis dort wirtschaftlich nicht trägt – und ein niedriger nicht, dass sie es tut. Die Bedarfsplanung beschreibt Sitze, nicht Patientenströme, nicht Praxisstrukturen und nicht Wettbewerb. Für die konkrete Lage in einem Planungsbereich ist die jeweils zuständige Kassenärztliche Vereinigung die maßgebliche Auskunftsstelle; dort werden auch Nachbesetzungsverfahren ausgeschrieben.

Rechtsgrundlage der Nachbesetzung und der Aufkaufregelung ist § 103 SGB V in Verbindung mit der Bedarfsplanungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die Bedarfsplanung gilt ausschließlich für die vertragsärztliche, also ambulante Versorgung.

Altersstruktur

Wo heute gut versorgt ist, kann in fünf Jahren eine Lücke sein

Die Altersstruktur der Ärzteschaft ist der Faktor, den Regionsvergleiche am häufigsten übersehen – und der über Nachfolge-, Führungs- und Niederlassungschancen am meisten aussagt.

23,4 %der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte haben das 60. Lebensjahr erreicht
44 %der Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber sind älter als 60 Jahre
−8 %niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in den vergangenen fünf Jahren
+48 %angestellte Ärztinnen und Ärzte im ambulanten Bereich seit 2020

Was daraus folgt

Der ambulante Bereich verschiebt sich von der eigenen Praxis in die Anstellung: Inzwischen arbeiten 39 Prozent aller ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte angestellt in Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren. Gleichzeitig steht ein erheblicher Teil der Praxisinhaberschaft vor dem Ruhestand.

Für die Regionswahl heißt das: Eine Region mit vielen älteren Niedergelassenen bietet in wenigen Jahren Übernahme- und Kooperationsmöglichkeiten, die es heute noch nicht gibt – und ein Versorgungsgrad von heute beschreibt diese Entwicklung nicht.

Wie Sie das prüfen

  • Fragen Sie bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung nach anstehenden Nachbesetzungsverfahren in Ihrer Fachgruppe.
  • Sehen Sie sich an, wie viele Praxen Ihres Fachs im Radius von einer Person geführt werden und wie lange schon.
  • Prüfen Sie bei Kliniken, wie die Altersstruktur der Ober- und Chefarztebene aussieht.
  • Berücksichtigen Sie, dass Teilzeit in keiner dieser Statistiken abgebildet ist.

Quelle: Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025. Die Werte beziehen sich auf das Bundesgebiet insgesamt; regional kann die Altersstruktur deutlich abweichen.

Karrierestufe

Dieselbe Region sieht auf jeder Karrierestufe anders aus

Eine Region, die für den Berufseinstieg ideal ist, kann für eine Chefarztbewerbung fast leer sein – und umgekehrt. Worauf es je Stufe ankommt:

Assistenzärztinnen und Assistenzärzte
Entscheidend ist die Weiterbildungsbefugnis: für wie viele Jahre, mit welchen Rotationen und ob die volle Weiterbildungszeit im Haus abgeleistet werden kann. Eine Region mit vielen Häusern nützt wenig, wenn keines davon die benötigten Abschnitte anbietet.
Fachärztinnen und Fachärzte
Hier zählt die Arbeitgeberdichte im Radius: Wie viele Häuser, MVZ und Praxen Ihres Fachs sind erreichbar, und wie verteilen sie sich auf ambulant und stationär? Das ist die Stufe, auf der ein größerer Suchradius den Markt am stärksten verändert.
Oberärztinnen und Oberärzte
Abteilungsgröße, Schwerpunktversorgung und die Altersstruktur der bestehenden Oberarztebene bestimmen, ob überhaupt eine Vakanz entsteht. Häuser der Grund- und Regelversorgung besetzen diese Ebene häufiger extern als Maximalversorger.
Chefärztinnen, Chefärzte und ärztliche Leitungen
Diese Positionen sind selten, werden häufig vertraulich besetzt und selten öffentlich ausgeschrieben. Der sinnvolle Suchraum ist auf dieser Ebene fast immer überregional; Trägerlandschaft und wirtschaftliche Lage des Hauses wiegen schwerer als die Region.

Mobilität

Wie viel Markt öffnet ein größerer Radius?

Jede Erweiterung des Suchraums vergrößert die Zahl möglicher Arbeitgeber. Wie stark, hängt von Ihrem Fach ab: In einem breit vertretenen Fachgebiet reichen oft dreißig Kilometer, in einem kleinen Fach kann auch ein Bundesland zu klein sein.

Lokal

Wohnort und unmittelbares Umland. Sinnvoll bei starker familiärer Bindung – schränkt die Auswahl aber am stärksten ein und schwächt die Verhandlungsposition.

Regional

Etwa eine Fahrstunde. Für die meisten Fachrichtungen der Bereich, in dem sich die Zahl erreichbarer Häuser am deutlichsten erhöht, ohne dass ein Umzug nötig wird.

Mehrere Ballungsräume

Umzug innerhalb Deutschlands oder Zweitwohnsitz. Erschließt Führungspositionen und spezialisierte Zentren, die lokal schlicht nicht existieren.

Bundesweit

Für kleine Fachgebiete und für Chefarztpositionen häufig der einzig realistische Suchraum. Erfordert eine bewusste Entscheidung über Lebensmittelpunkt und Partnerarbeitsmarkt.

Die Kilometerangaben sind Orientierungswerte, keine statistischen Benchmarks. Was ein sinnvoller Radius ist, ergibt sich aus der Fahrzeit zum Dienstbeginn und nach einer Nachtschicht, aus Ihrer Fachrichtung und aus dem, was Sie an Ihrem Wohnort halten würde. Familie, Partnerarbeitsmarkt, Wohnqualität, Pendelzeit und Lebenshaltungskosten gehören in dieselbe Entscheidung wie die Zahl der erreichbaren Häuser.

Arbeitsmodell

Region, Fachrichtung und Arbeitsmodell gehören zusammen betrachtet

Eine Region ist nicht pauschal gut oder schlecht – sie ist unterschiedlich stark, je nachdem, in welchem Umfeld Sie arbeiten wollen. Dieselbe Kammerregion kann einen dichten Klinikmarkt und gleichzeitig gesperrte Planungsbereiche für Ihre Fachgruppe haben.

ArbeitsmodellWorauf es regional ankommtWo Sie es prüfen
KlinikVersorgungsstufe der Häuser im Radius, Trägerschaft, Abteilungsgrößen, WeiterbildungsbefugnisseHäuserlandschaft im Radius; für Kliniken existiert keine bundesweite Bedarfsplanung
MVZDichte und Trägerstruktur der Medizinischen Versorgungszentren, Anteil angestellter TätigkeitArztsuche der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung
Praxis in AnstellungZahl und Größe der Praxen Ihrer Fachgruppe, Altersstruktur der InhaberschaftKassenärztliche Vereinigung, Praxisbörsen
NiederlassungVersorgungsgrad und Sperrung des Planungsbereichs für Ihre Fachgruppe, Sonderbedarf, FörderprogrammeBedarfsplanung und Nachbesetzungsverfahren der Kassenärztlichen Vereinigung
RehabilitationStandorte von Fach- und Rehakliniken, die häufig außerhalb der Ballungsräume liegenHäuserlandschaft; nicht Teil der vertragsärztlichen Bedarfsplanung

Eine ausführliche Gegenüberstellung der Arbeitsumfelder finden Sie auf unserer Seite Klinik, MVZ oder Praxis.

Regionen-Check

Welche Region passt zu meiner Karriere?

Diese zwölf Fragen ersetzen keine Auswertung und liefern kein Ergebnis. Sie ordnen, was Sie ohnehin gegeneinander abwägen – und sie sind die Grundlage, auf der wir mit Ihnen eine regionale Einordnung vornehmen.

Wir rechnen daraus bewusst keine Prozentzahl und keine Regionsempfehlung aus. Eine belastbare Einordnung entsteht erst, wenn Fachrichtung, Karrierestufe, Suchradius und persönliche Rahmenbedingungen zusammen betrachtet werden – und wenn man weiß, welche Häuser in diesem Radius gerade tatsächlich besetzen.

Häufige Fragen

Was uns zum regionalen Markt am häufigsten gefragt wird.

Verdiene ich in einer unterversorgten Region mehr?

Nicht automatisch. Das tarifliche Grundgehalt ist bundesweit gleich. Höher liegt das tatsächliche Einkommen dort meist aus zwei anderen Gründen: mehr Dienste bei dünner Personaldecke und häufiger außertarifliche Bestandteile, weil die Stelle sonst nicht zu besetzen ist. Bei einer Niederlassung kommen Fördermittel und Sicherstellungszuschläge hinzu.

Bedeutet eine hohe Ärztedichte, dass ich dort keine Stelle finde?

Nein, aber die Konkurrenz ist größer und die Verhandlungsposition schwächer. In Ballungsräumen werden Stellen häufig intern besetzt oder aus dem eigenen Weiterbildungsbestand. Wer dorthin will, sollte früher und breiter suchen und mit längeren Verfahren rechnen.

Gilt die Bedarfsplanung auch für Klinikstellen?

Nein. Die Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigungen regelt ausschließlich die vertragsärztliche, also ambulante Versorgung. Für Krankenhäuser gibt es keine vergleichbare bundesweite Planung; hier entscheiden die Krankenhausplanung der Länder und die wirtschaftliche Lage der Träger.

Warum weichen die Zahlen zur Ärztedichte je nach Quelle voneinander ab?

Weil unterschiedliche Grundgesamtheiten gezählt werden: alle berufstätigen Ärztinnen und Ärzte, nur die ambulant tätigen, nur die an der Versorgung teilnehmenden – und teils je 10.000 oder je 100.000 Einwohner. Die hier genannten Werte stammen einheitlich aus der Ärztestatistik der Bundesärztekammer und beziehen sich auf alle berufstätigen Ärztinnen und Ärzte.

Lohnt sich ein Wechsel in eine strukturschwache Region?

Das lässt sich nur individuell beantworten. Fachlich lohnt es sich häufig, weil Verantwortung früher übertragen wird. Persönlich hängt es an Faktoren, die keine Statistik abbildet: Partnerberuf, Schulen, Familiennähe, Rückkehroption. Wer wechselt, sollte vorher klären, wie ein Rückweg aussähe – nicht erst danach.

Methodik und Quellen

Woher die Zahlen stammen und wie sie zu lesen sind.

  • Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025: Zahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte insgesamt sowie nach Kammerbezirken; Ärztedichte als Einwohnerzahl je berufstätigem Arzt.
  • Kassenärztliche Bundesvereinigung, Landesbeschlüsse zu Über- und Unterversorgung: festgestellte und drohende Unterversorgung, zusätzlicher lokaler Versorgungsbedarf sowie Überschreitungen des Versorgungsgrads von 140 Prozent nach § 103 Abs. 1 Satz 3 SGB V. Datengrundlage ist die Umfrage unter den Kassenärztlichen Vereinigungen mit Stand 31.12.2025; die Angabe zu 958 Fällen bezieht sich auf das vierte Quartal 2025.

Zur Einordnung: Die Bundesärztekammer zählt nach Kammerbezirken, nicht nach Bundesländern – Nordrhein-Westfalen umfasst deshalb zwei Kammern. Die Ärztedichte berücksichtigt weder Arbeitszeit noch Tätigkeitsbereich; sie ist ein Struktur-, kein Versorgungsqualitätsindikator. Die Bedarfsplanung bezieht sich ausschließlich auf die ambulante Versorgung. Wir aktualisieren diesen Bericht, sobald neue Jahreswerte vorliegen.

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