Zum 31. Dezember 2025 waren in Deutschland 446.120 Ärztinnen und Ärzte berufstätig, 2,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das zeigt die Ärztestatistik 2025 der Bundesärztekammer. Hinter der Gesamtzahl stecken große Unterschiede zwischen den Fachrichtungen: wie viele Ärztinnen und Ärzte in Praxis, MVZ oder Klinik arbeiten, wie viele angestellt statt niedergelassen sind und wie viele bereits 60 Jahre oder älter sind. Wir haben die Zahlen für fünf Fächer ausgewertet, in denen wir besonders häufig vermitteln: Allgemeinmedizin, Dermatologie, Innere Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Radiologie.
Die Ausgangslage: mehr Anstellung im ambulanten Bereich
Von allen berufstätigen Ärztinnen und Ärzten arbeiteten Ende 2025 rund 173.900 ambulant, also in Praxen und Medizinischen Versorgungszentren, und rund 233.500 stationär. Im ambulanten Bereich waren 105.264 Ärztinnen und Ärzte niedergelassen und 68.648 angestellt. Knapp 40 Prozent der ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte arbeiten damit bereits in Anstellung. Für alle, die über einen Wechsel aus der Klinik nachdenken, heißt das: Der Weg in die ambulante Versorgung führt heute längst nicht mehr zwingend über die eigene Praxis. Welche Vor- und Nachteile beide Wege haben, beschreiben wir im Beitrag Niederlassung oder Anstellung.
Allgemeinmedizin: vier von zehn sind 60 Jahre oder älter
Im Gebiet Allgemeinmedizin waren Ende 2025 45.915 Ärztinnen und Ärzte berufstätig, 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Fast alle arbeiten ambulant (38.960), davon 26.926 niedergelassen und 12.034 angestellt. Auffällig ist die Altersstruktur: 9.049 Ärztinnen und Ärzte sind zwischen 60 und 65 Jahre alt, weitere 9.605 älter als 65. Zusammen sind das 40,6 Prozent aller berufstätigen Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner. Das ist unter den fünf ausgewerteten Fächern der mit Abstand höchste Anteil.
Für Fachärztinnen und Fachärzte der Allgemeinmedizin bedeutet das vor allem eines: In den kommenden Jahren dürften viele Praxen eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger suchen. Wer über eine eigene Praxis nachdenkt, findet Grundlagen im Beitrag zur Praxisübernahme. Wer lieber angestellt bleibt, findet Orientierung auf unserer Seite zur Allgemeinmedizin und aktuelle Positionen im Stellenportal Allgemeinmedizin.
Dermatologie: überwiegend ambulant, mehr als ein Drittel angestellt
In der Dermatologie (Haut- und Geschlechtskrankheiten) waren 6.820 Ärztinnen und Ärzte berufstätig, 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 5.258 von ihnen arbeiten ambulant, das sind 77 Prozent. Davon sind 3.303 niedergelassen und 1.955 angestellt, der Anteil der Anstellung im ambulanten Bereich liegt bei 37 Prozent. In Kliniken arbeiteten 1.167 Dermatologinnen und Dermatologen. 29,8 Prozent aller berufstätigen Hautärztinnen und Hautärzte sind 60 Jahre oder älter.
Die Dermatologie ist damit ein klar ambulant geprägtes Fach, in dem Anstellung in Praxis und MVZ inzwischen ein normaler Karriereweg ist. Mehr zu Einsatzbereichen und Wechselmotiven lesen Sie auf unserer Seite zur Dermatologie, offene Positionen stehen im Stellenportal Dermatologie.
Innere Medizin: das größte Gebiet, fast gleich verteilt zwischen Klinik und Praxis
Das Gebiet Innere Medizin ist mit 64.884 berufstätigen Ärztinnen und Ärzten das größte Fachgebiet, einschließlich der internistischen Schwerpunkte wie Kardiologie oder Gastroenterologie. Die Zahl stieg um 2,4 Prozent. 31.088 Internistinnen und Internisten arbeiten ambulant, 29.886 stationär. Im ambulanten Bereich sind 19.722 niedergelassen und 11.366 angestellt, das entspricht einem Anstellungsanteil von 36,6 Prozent. 26,5 Prozent sind 60 Jahre oder älter.
Für Internistinnen und Internisten sind damit beide Welten etwa gleich groß: Wer die Klinik verlassen möchte, findet im ambulanten Bereich ein breites Feld, von der hausärztlich-internistischen Praxis bis zum fachärztlichen MVZ. Mehr dazu auf unserer Seite zur Inneren Medizin und im Beitrag Von der Klinik ins MVZ.
Psychiatrie und Psychotherapie: das Fach mit dem stärksten Klinikbezug
In der Psychiatrie und Psychotherapie waren 13.571 Ärztinnen und Ärzte berufstätig, ein Plus von 2,7 Prozent. Anders als in den übrigen ausgewerteten Fächern arbeitet hier die Mehrheit stationär: 6.904 in Kliniken gegenüber 5.233 im ambulanten Bereich. Im ambulanten Bereich ist die Niederlassung weiterhin die Regel, nur 848 Psychiaterinnen und Psychiater sind dort angestellt (16,2 Prozent). 37,0 Prozent aller berufstätigen Fachärztinnen und Fachärzte des Fachs sind 60 Jahre oder älter.
Der hohe Anteil älterer Kolleginnen und Kollegen betrifft Kliniken und Praxen gleichermaßen. Welche Positionen es in Kliniken, Tageskliniken, Institutsambulanzen und Praxen gibt, beschreiben wir auf der Seite zu Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Aktuelle Stellen finden Sie im Stellenportal Psychiatrie.
Radiologie: zwei Drittel der ambulanten Radiologie sind angestellt
In der Radiologie waren 10.370 Ärztinnen und Ärzte berufstätig, 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. 4.755 arbeiten ambulant, 4.987 stationär. Bemerkenswert ist das Verhältnis im ambulanten Bereich: Nur 1.524 Radiologinnen und Radiologen sind niedergelassen, 3.231 angestellt. Mit 67,9 Prozent ist der Anstellungsanteil hier fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Fächer. 24,7 Prozent der berufstätigen Radiologinnen und Radiologen sind 60 Jahre oder älter, der niedrigste Wert der fünf Fächer.
Ambulante Radiologie wird heute überwiegend von angestellten Fachärztinnen und Fachärzten erbracht. Wie sich das auf Arbeitsalltag und Dienste auswirkt, lesen Sie auf unserer Seite zur Radiologie und Nuklearmedizin, offene Positionen im Stellenportal Radiologie.
Die fünf Fächer im Überblick
- Allgemeinmedizin: 45.915 berufstätig (+1,2 %), 30,9 % der ambulant Tätigen angestellt, 40,6 % 60 Jahre oder älter
- Dermatologie: 6.820 berufstätig (+2,7 %), 37,2 % der ambulant Tätigen angestellt, 29,8 % 60 Jahre oder älter
- Innere Medizin: 64.884 berufstätig (+2,4 %), 36,6 % der ambulant Tätigen angestellt, 26,5 % 60 Jahre oder älter
- Psychiatrie und Psychotherapie: 13.571 berufstätig (+2,7 %), 16,2 % der ambulant Tätigen angestellt, 37,0 % 60 Jahre oder älter
- Radiologie: 10.370 berufstätig (+2,3 %), 67,9 % der ambulant Tätigen angestellt, 24,7 % 60 Jahre oder älter
Prozentwerte sind eigene Berechnungen auf Basis der Tabellen 3 und 5 der Ärztestatistik. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf das gesamte Fachgebiet einschließlich der Schwerpunkte.
Was das für Ihre nächste Stelle bedeutet
Die Statistik sagt nichts über einzelne Regionen oder Einrichtungen aus. Sie zeigt aber, in welche Richtung sich die Fächer bewegen. In allen fünf Gebieten wächst die Zahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte, gleichzeitig ist ein großer Teil 60 Jahre oder älter, besonders in der Allgemeinmedizin und in der Psychiatrie. Wer in den kommenden Jahren wechseln möchte, hat im ambulanten Bereich die Wahl zwischen Anstellung, Beteiligung und eigener Praxis. In der Radiologie ist die Anstellung dabei bereits der häufigere Weg, in der Dermatologie und der Inneren Medizin arbeitet mehr als ein Drittel der ambulant Tätigen angestellt.
Einen fachübergreifenden Überblick über Nachfrage und Wechselmöglichkeiten finden Sie unter Arbeitsmarkt nach Fachrichtung. Für Kliniken, MVZ und Praxen, die Positionen besetzen möchten, ordnen wir die Lage unter Fachkräftemangel ein.
Quelle: Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31. Dezember 2025, Tabelle 3 (Ärztinnen und Ärzte nach Bezeichnungen und Tätigkeitsarten) und Tabelle 5 (Berufstätige nach Gebietsbezeichnungen und Altersgruppen).
